Geriatrische Akutbehandlung |
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Seit September 2008 existiert in der Stadtklinik eine Abteilung innerhalb der Inneren Medizin für geriatrische Patienten.
Die Lebenserwartung steigt ständig, der Anteil alter Menschen an der Gesamtbevölkerung nimmt zu. Die Geriatrie behandelt nicht Menschen die zufälligerweise alt sind, sondern definiert sich über die Probleme, die man bei alten Menschen häufig findet und die in der Behandlung berücksichtigt werden müssen. Was ist ein geriatrischer Patient? Typisch sind mehrere chronische Erkrankungen gleichzeitig (Multimorbidität) sowie das Vorliegen von Problemen auf körperlicher, seelischer und sozialer Ebene. Folge der Multimorbidität sind häufig Immobilität und Stürze, Verwirrtheit oder Depression, Harninkontinenz, Ernährungsprobleme und der Kraftverlust. Dies alles beeinträchtigt die Alltagskompetenz, die häusliche Versorgung gerät in Gefahr, die Selbstständigkeit ist bedroht. Die wichtigen Funktionsreserven (Herz-Kreislaufsystem, Niere, Kraft, Ausdauer, Gleichgewicht, Koordination, Kognition) sind vermindert. Im Rahmen einer akuten Erkrankung kann es rasch zu Dekompensation auf allen Ebenen kommen und der Patient ist gefährdet seine Selbstständigkeit zu verlieren. Wie ist die Vorgehensweise in der Geriatrie? Die Diagnose allein sagt noch nichts über den Zustand und die Probleme eines Patienten aus. Entscheidend sind die Fähigkeitsstörungen, die die Erkrankung zur Folge hat und die ihn in seinem Alltag, seiner Selbstständigkeit und damit seiner Lebensqualität einschränken. Im Rahmen der akuten Erkrankung wird im Team gemeinsam mit dem Patienten ein Behandlungsziel formuliert, dieses Ziel wird durch tägliche Therapien durch das interdisziplinäre Team angestrebt. Wer gehört zu dem geriatrischen Team? Die Aufgabe des Arztes ist es, die korrekte Diagnose und Therapie der medizinischen Probleme anzugehen. Das Pflegepersonal leistet wesentliche Therapien durch aktivierende Pflege, d. h. der Patient wird schrittweise in der körperlichen Pflege angeleitet, bis er in der Lage ist dies selbstständig durchzuführen, Ankleiden ebenso wie Nahrungszubereitung, Nahrungsaufnahme, Toilettengang, etc. Die Physiotherapeuten beüben Kraft, Gleichgewicht, Ausdauer und kompensatorische oder schonende Bewegungsabläufe. Die Ergotherapeuten üben ebenfalls kompensierende Strategien, korrekte Bewegungsabläufe, Sensibilitätstraining, Körperwahrnehmung und kognitives Training. Weiterhin zum Team gehören unsere Sozialberaterinnen, die maßgeblich für Rehabilitationsmaßnahmen und die häusliche Weiterversorgung zuständig sind, ein Psychologe, der bei psychischen Erkrankungen hinzugezogen wird, und eine Fachschwester für Inkontinenzdiagnostik und Beratung. Des Weiteren können Logopäden, Ernährungsberater und Seelsorger zur Mitbetreuung zur Seite stehen. In unserem Haus steht uns der Konsiliar- und Liaisondienst zur Seite, der speziell auf persönliche Strukturen, Biografiearbeit und persönliche Ziele und Wünsche des Patienten eingeht. Der Patient selbst und seine Angehörigen sind Teil des Teams. Entscheidend für den Erfolg ist das harmonische Zusammenspiel des interdisziplinären Teams (Kommunikation). Zusammenfassend finden sich also mehrere Ebenen der Behandlung:
Die geriatrische Medizin ist nicht einfach - sie ist eine Herausforderung. Die Therapie und der Erhalt der Selbstständigkeit und damit der Lebensqualität ist ein lohnendes Ziel. |
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